So, nachdem ich im Urlaub war und mit frischem Mut zurückgekommen bin, bin ich das Problem erneut angegangen. Also: Laptop wieder aufgeschraubt, doppelte Wärmeleitpads abgepuhlt und den Kühlkörper vom Lüfter etwas in Richtung Prozessor herab gebogen, ebenso die "Spinnenbeine" geplättet, mit denen sich der Kühlkörper vom Prozessor wegfedert.
Übrigens: Auf dem Chipsatz klebte noch eines von den Wärmeleitpads, wie es zuvor auch zwischen Prozessor und Kühler war: Siehe das erste Photo. Es handelte sich dabei eher um eine schwammige, gummiartige "Matte". Der Vergleich mit dem Centstück und dem daruntergeklebten weißen Wärmeleitpad aktuellen Datums zeigt, wie dick das Teil im Original war. Entsprechend hat es zuvor auch den Spalt zwischen Prozessor und Kühler gut gefüllt, bevor es sich in Brösel aufgelöst hat. Danach war der Spalt aber so groß, dass man bequem ein Papierblatt hindurchschieben konnte !
Zurück zu meinen Versuchen: Das zweite Bild zeigt das Ergebnis, nachdem ich auf den Prozessor (rechts) Wärmeleitpaste aufgetragen und den Kühler (links) zur Probe aufgeschraubt habe: Kühler und Prozessor berühren sich nur auf ca. 25% der Fläche, wie die halbmondförmige Masse auf dem Kühler zeigt, die beim Anschrauben vom Prozessor auf dem Kühler übertragen wurde. Das hätte ein schönes Abrauchen der CPU gegeben !
Da ich den Kühler nicht weiter auf den Prozessor herunter biegen konnte, musste der Prozessor eben zum Kühler hochkommen: Denn in der Tat hängt dieser Teil der Platine, auf dem der Prozessor montiert ist "in der Luft". Wie man auf dem dritten Photo sieht, habe ich das, was unsere französischen Nachbarn irrtümlicherweise für einen Dübel halten

(blau), auf 0,75mm gekürzt und dann als Abstandshalter unter die Verschraubung der CPU geklemmt. Die Platine ist somit an dieser Stelle quasi "aufgebockt" und kann dem Kühler nicht nach unten entweichen. Sie steht dabei sogar etwas unter Spannung (nach oben) - ich hoffe, nicht zu stark !
Auf dem Photo sieht man auch das Ergebnis auf dem Kühler (links): Die Wärmeleitpaste ist nach der probeweisen Montage des Kühlers ausgezeichnet vom Prozessor auf den Kühler übertragen worden; es bestand also (endlich !) voller Kontakt.
Nun schnell den Laptop wieder zusammengebaut und gemessen (- man vergleiche mit den Temperaturen und dem Lüftergenerve aus meinem vorigen Post):
* Temperaturen bei Systemstart: 36°C (ACPI/CPU) und 32°C Festplatte. (statt 49°C/27°C)
* Nach einer Stunde Leerlauf sind die Temperaturen dann weiterhin 36°C ACPI und 37°C Festplatte. (statt 49°C/37°C) Der Lüfter springt in der ganzen Zeit nicht mehr an !
* Stresstest: 100000! im Taschenrechner berechnen => CPU-Temperatur bleibt bei 36°C (!!! statt 74°C-91°C *staun*), der Lüfter läuft auf zweitniedrigster Stufe, die Festplatte kühlt sich (wahrscheinlich durch den laufenden Lüfter) auf 36°C ab ! Danach geht der Lüfter wieder aus.
* Eine weitere Stunde im Leerlauf: ACPI meldet weiterhin konstant 36°C, die HDD 38°C. (statt 67°C/38°C) Der Lüfter läuft nicht ! Jubel !
Ich hatte den Rechner (aus Lärmgründen) immer im Speedstep-Modus bei 550MHz betrieben. Jetzt kommt noch einer oben drauf: Sogar bei "Hochschalten"

auf 700 MHz Dauerbetrieb bleiben die Temperaturen konstant bei 36°C CPU und 38°C Festplatte. Nur der Lüfter läuft bei "intensiver Tätigkeit" (z.B: Word starten und beenden) an, was er bei 550MHz nicht tat.
Mein Fazit: Ich bin hochzufrieden.
Daher meinen großen Dank an die Notebook-Gemeinde hier, die mich mit Hinweisen und Ratschlägen unterstützt hat. Ohne Euch und Eure Tips hätte ich wahrscheinlich keine Lust mehr gehabt, das Notebook noch einmal aufzuschrauben und darin herumzubasteln. Jetzt aber bin ich hochzufrieden mit meinem Oldie und habe sogar das subjektive Gefühl, dass er neben der wiedererlangten Lautlosigkeit auch noch kühler bleibt als jemals zuvor !
Wenn das nichts ist ! Daher nochmals vielen Dank ! Ich hoffe, die Photos und die Lösungsbeschreibung hier können ev. auch anderen helfen, die ähnliche Probleme mit vor dem Kühler "zurückweichenden" CPUs haben.
Viele Grüße,
Mausschubser