Aufgrund von zu viel Freizeit schreibe ich nun auch mal ein Review zum Dell E4300. Ich werde hier vorallem Dinge
erwähnen die ich in anderen Reviews im Netz vermisst habe.

Zunächst einmal muss ich erwähnen dass mein bisheriges Notebook eher ein Multimedia als ein Arbeitsgerät war. Ein
Samsung X11 Ceseba. Ich werde es also öfters mal zum Vergleich heranziehen um eine Punkte klarer auszuführen.

Außerdem ist dies mein erstes Dell Notebook, ich kann also nicht sagen ob gewisse Dinge bei diesen Geräten Standart
sind oder nicht. Daher ist mein Review sicher auch gerade für mögliche Dell Neulinge interessant.


Ich habe das Notebook am 09.01.09 telefonisch bei Dell bestellt. Nachdem ich umgehend per Onlinebanking bezahlt
hatte kam das Gerät dann auch schon am 16. bei mir an. Außerdem hatte ich noch einen Drucker geordert der schon am
13. bei mir war. Alles in allem kann man da nicht meckern. Das angegebene eigentliche Lieferdatum lag nämlich
irgendwo im Februar.

Doch nun zum Notebook selbst.


Als ich das Gerät nach dem Auspacken zum ersten Mal in den Händen hielt war ich sofort von Design und Verarbeitung
begeistert. Definitiv eine andere Liga als die üblichen Consumer-Notebooks. Das kantige, minimalistische Design war
für mich aber ohnehin einer der Haupt-Kaufgründe. Was mir auch positiv auffiel: Da ich den Latitude On-Reader nicht
mit bestellt hatte wurde auch kein Knopf dafür verbaut. Genauso habe ich auch auf Webcam und WWAN verzichtet, mein
Display-Rahmen hat in Folge dessen auch keine Auswuchtung an der Oberseite wie es sonst der Fall ist. Das Gerät wird
also wirklich voll und ganz nach Maß angefertigt.

Nun zu den Einzelnen Komponenten.


Display
Das bisher hellste und brillianteste Display bot sich mir in einem Sony Vaio mit doppelter Hintergrundbeleuchtung
eines Bekannten. Mein Samsung war dagegen eine absolute Katastrophe. Als ich nun das Dell zum ersten mal hochfuhr
stand mir schon fast der Mund offen. So hell und so brilliant. Und da war das Display gerade mal auf der Hälfte der
Helligkeit.
Ich habe mittlerweile einen direktvergleich mit dem Sony machen können wo das Dell noch einen subjektiven Tick
besser ist. Hier gibt es jedenfalls nichts zu meckern. Auch bei Sonneneinstrahlung lässt sich dank mattem Display
noch gut arbeiten. Einzig die Blickwinkel hauen mich nicht um, ich habe jedoch auch noch kein Book gesehen dass hier
voll punkten kann.
Die Schaniere gehen überigens super smooth und machen dabei gleichzeitig einen super stabilen Eindruck. Kein
Wackeln, kein Quitschen, perfekt.


Tastatur
Zuerst: Die Tastenbeleuchtung ist klasse. Ich nutze das Gerät oft bei schlechten Lichtverhälntnissen und auch als
10 Finger Schreiber guckt man ja doch immer mal wieder auf das Keyboard. Außerdem hebt die Beleuchtung den
Stylefaktor auch noch mal gut an. Allgemein ist die Beleuchtung Edel: Keyboard in weiss, alle sontigen LEDs in
strahlendem blau (Bis auf die Akku Leuchte, die auf blinkendes orange wechselt sobald sich die Energie dem Ende
zuneigt).
An das Tippen muss ich mich noch etwas gewöhnen. Es schreibt sich hart wie auf einem Brett. Die Tasten haben einen
guten Druckpunkt und wenn man sie durchdrückt treffen sie auf den harten Untergrund. Bei meinem alten Samsung war
das ganze eher smooth. Hier kann ich mich nicht Entscheiden für welche Variante ich mich eher begeistere. Der solide
Eindruck des Dell wird aber auch hier erneut unterstrichen. Nachteil: Das Schreiben ist schon eine Ecke lauter.

Ich habe im Vorfeld auch mehrmals von schmutzempfindlichen Tasten gelesen. In der Tat sollte man nicht gerade mit
fettigen Fingern an die Arbeit gehen, das sieht man sofort. Das kommt durch die glatte, absolut angenehm zu
berührende Oberfläche der Platiktasten.

Zum Layout kann ich nicht viel sagen, es gibt hier keine Patzer. Das einzige was ich zu meinem alten Notebook
vermisse ist eine Taste um den Lüfter in bestimmten Situationen ruhig stellen zu können. Dieser läuft zwischen 40°
und 50° CPU Temperatur an. Doch dazu später mehr.

(Es gibt doch einen minimalen Patzer: Die Pos1 Taste bleibt, wenn sie leicht schräg von unten nach oben gedrückt
wird an einer Lasche des Tastaturunterbodens hängen. Nichts schlimmes aber wollte es mal erwähnt haben.)


Touchpad
So viel ich das Notebook in diesem Review gelobt und auch weiter loben werde: Das Touchpad ist die große
Schwachstelle. Nach Installation der Dell Treiber bewegt sich die Maus ungemein schwammig. Dies kommt dadurch dass
der Cursor immer ein paar Millisekunden hinter den Bewegungen her hinkt. Als langjähriger Spieler feinmotorischer
Computerspiele merke ich diesen Umstand jedenfalls sehr stark. Im Internet fand ich zumindest eine Lösung die dieses
Problem ein wenig lindert: Im BIOS die Einstellung auf PS2 Mouse only stellen. Trotzdem bleibt es noch schwammig.

Dann die Tasten. Diese hätten stabiler eingebaut werden müssen. Auf der unteren Seite herrscht ein echt schlechter
Druckpunkt. Man muss hier schon entschlossen drücken um zum "Click" zu kommen. Es fühlt sich auch nicht wirklich
knackig an, so wie man es bei der sonstigen Verarbeitung erwartet hätte.
Als Konsequenz daraus benutze ich nun meine externe Maus öfter als früher.

Zum Touchstick und dessen Tasten kann ich nichts sagen da ich da noch nie ein Freund von war. Im Nachhinein hätte
ich Anfragen sollen ob man diese nicht weglassen könnte. Stören tun sie aber auch nicht.


Akku
Ich habe mir den größeren Akku bestellt und habe es nicht bereut. Er steht zwar hinten heraus, für mich ist das
jedoch keineswegs störend. Ich kann das Book so in manchen Situationen sogar besser halten. Wirklich schwer ist er
auch nicht.
Leistungsmäßig komme ich auf 5 1\2 - 6 Stunden bei Surfen oder Textverarbeitung und niedrigster Taktrate. Das ist
in meinem Falle 0.85GHz (P9300). Bei voller CPU Last halbiert sich das Ganze in etwa. Ich habe jedenfalls schon
einen 5 Stunden Lehrgang mitgeschrieben, komplett auf Akkubetrieb.


Festplatte
Meine 160GB, 5400RPM Western Digital erfüllt meine Bedürfnisse perfekt. Das Laufgeräusch ist praktisch nicht zu
hören, lediglich das klackern bei Zugriff dringt dezent zum Gehör vor. Das jedoch auch nur in ruhigen Situationen
und keineswegs störend. Es ist eher ein weiches Klackern im oberen Frequenzbereich. Fast schon beruhigend.
Temperaturmäßig ist sie bei mir noch nie über die 40° Marke geklettert.
Hier überigens noch eine Anmerkung. Entgegen vieler Reviews kann die Festplatte bei Bedarf sehr wohl ohne
Schwierigkeiten selbst ausgetauscht werden. Zumindest befindet sich an der linken Seite des Notebooks, wo die
Festplatte sitzt eine Klappe die mit 1-2 Schrauben auf der Unterseite des Gerätes fixiert ist. Ich vermute dass
sich die Platte hier einfach herausziehen lässt. Ausprobiert habe ich das aber noch nicht.


Grafik
Mein altes Notebook hatte eine Gamergrafikkarte, eine mobile Geforce 7400. Die wurde sehr warm und war ein wahrer
Akkukiller. Allerdings konnte man auch einiges an Spielen genießen. Dieser Fokus hat sich bei mir etwas verschoben,
nun war meine Priorität die Akkulaufzeit.
Der Intel-Chip ist hier viel besser als ich erwartet hatte, die lange Akkulaufzeit habe ich ja schon angesprochen.
Doch auch Leistungsmäßig hat sich bei Intel einiges getan. Ein bekannter besitzt ein Notebook mit dem alten GMA 950,
welcher in 3D Darstellungen eine absolute Katasrophe ist. Die im E4300 verbaute GPU ist hier um Welten besser. Der
Vergleich mit meinem Geforce 7400 Notebook fällt Leistungsmäßig nahezu unentschieden aus!

Im Akkubetrieb geht die Karte in einen Energiesparmodus der mich anfangs fast dazu veranlasst hat das Gerät zurück
zu Dell zu schicken: Das Display flackerte unerträglich. Lange suchte ich nach einer Lösung, schließlich fand ich
den Button zur Energieverwaltung in den Intel Treibern. Hier gibt es einen Modus der die Karte im Batteriebetrieb
auf eine Bildwiederholrate von 40Hz herunter setzt. Für mich eine absolute Zumutung. Nachdem ich diese Funktion
deaktivierte verschwand das Flimmern vollständig.


Sound
Hier durfte man ja von vorn herein nicht viel erwarten. Die Lautsprecher befinden sich im Gehäuse inneren und daher
kommt der Sound oft etwas dumpf. Lediglich wenn man zurückgelehnt vorm Notebook sitzt merkt man dass auch Sound aus
den kleinen Öffnungen an der Vorderseite kommt.
Lautstärkemäßig ist das System auch sehr schnell am Limit. Oft fängt es schon bei halber Lautstärke an zu
schrebbeln. Kopfhörer sind also zu empfehlen wenn es mal ein bisschen mehr sein soll.


Lüfter
Ein wichtiger Punkt war für mich auch die Lautheit des Systems. Hier sprang ich ins kalte Wasser welches dann im
Endeffekt nicht wirklich kalt war. Der Lüfter läuft zwischen 40° und 50° CPU Temperatur überhaupt erst an und
kühlt diesen dann in der Regel auch schnell wieder runter. Dabei ist das Laufgeräusch in Form von ruhigem Rauschen
zu hören. Es könnte leiser sein, ist aber zu unaufdringlich um wirklich zu stören, da es ja zudem auch nicht
dauerhaft auftritt.
Irgendwann geht der Lüfter auch in die volle Geschwindigkeit, bei einem Stressttest ging die CPU Temperatur dabei
bis auf 71° rauf und hielt sich dort. Hier kann der Lüfter zumindest gefährliche Bereiche vermeiden. Eine Power-
Workstation ist das Laptop für mich dennoch nicht.


Fazit
Das Gesamtpaket E4300 überzeugt mich an fast allen Ecken und Enden. Da kann man auch über das verhunzte Touchpad und
den etwas miesen Sound hinwegsehen. Vorallem die Verarbeitung und das Design sind aller erste Klasse und ich will
nie wieder etwas minderwertiges.

Das Gerät hat sich bei mir in allen Disziplinen bewährt, sei es auf der Arbeit oder abends beim Film gucken im Bett.



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